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Verlag Traugott Bautz
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HÜSCH, Hanns Dieter, deutscher Schriftsteller, Kinderbuchautor, Kabarettist, Schauspieler, Liedermacher und Rundfunkmoderator, * 6. Mai 1925 in Moers am Niederrhein; † 6. Dezember 2005 in Windeck-Werfen. Mit siebzig eigenen Kabarettprogrammen und 53 Jahren beruflicher Tätigkeit auf deutschsprachigen Kabarettbühnen ist Hanns Dieter Hüsch der kreativste und erfolgreichste Vertreter des literarischen Kabaretts im 20. Jahrhundert in Deutschland. Hanns Dieter Hüsch wuchs in den schwierigen 30er-Jahren in der niederrheinischen, vom Bergbau und kleinbürgerlichen Verhältnissen geprägten Kreisstadt Moers als Sohn protestantischer Eltern auf. Seine Heimatregion läßt ihn zeitlebens nicht los; "Alles, was ich bin, ist niederrheinisch", bekannte er gelegentlich. Der Vater war zwar nach und nach vom kleinen preußischen Beamten zum Verwaltungsdirektor der Kreisverwaltung in Moers aufgestiegen, dennoch blieb die Atmosphäre im Elternhaus kleinbürgerlich. In seiner Kindheit muß sich Hanns Dieter Hüsch wegen einer Mißbildung der Füße mehrmals Operationen unterziehen. Wegen dieser Erkrankung entkam er später auch der Wehrmachtund somit dem 2.Weltkrieg als Soldat. Nach dem Abitur studiert Hanns Dieter Hüsch an der Universität Gießen Medizin, bricht das Studium jedoch schon bald wieder ab. Bald entdeckt er seine wahre Leidenschaft, bricht nach nur einem Semester das Medizinstudium ab und studiert an der Universität Mainz Theaterwissenschaft und Literaturwissenschaft ohne Abschluß. Seit 1947 tritt er mit dem Mainzer Studentenkabarett "Die Tol(l)eranten" an verschiedenen Universitäten auf. Im selben Jahr sieht er im Düsseldorfer Kommödchen Lore Lorentz auf der Bühne - ein entscheidendes Erlebnis. Hanns Dieter Hüsch weiß nun, daß es einen Beruf für ihn gibt: Kabarettist. 1947 hatte er in Mainz seine ersten Auftritte mit den "Uni-Rhythmikern" und dem Studentenkabarett "Die Tol(l)eranten". Sein erstes Soloprogramm mit dem Titel "Das literarische Klavier" schuf er 1949. Seitdem war er mit eigenen Programmen unterwegs. In den Anfangsjahren war Hanns Dieter Hüsch eher ein Liedermacher oder Chansonnier. Später begann er neben seinen Liedern reine Texte zu schreiben, Gedichte und rhythmische Prosa, literarische Collagen, politische Satiren und Privatpoesien. Ob auf der Bühne, in seinen Büchern oder seinen Fernsehauftritten, sein Thema war dabei stets der Alltag: "Mich interessiert der Mensch, wie lange er lebt, wie er lebt, womit und wogegen er lebt. Das ist existenzielles Kabarett." 1956 gründet er in einem Mainzer Keller das erfolgreich Ensemble "arche nova". Der 68er-Studentenbewegung ist er zu kleinbürgerlich und zu wenig revolutionär. Als er deswegen von der Bühne gebuht wird, zieht Hüsch die Konsequenz und tritt vorübergehend nur noch in der Schweiz auf. 1972 erhielt Hans Dieter Hüsch als erster Preisträger den Deutscher Kleinkunstpreis 1973 erfand Hüsch die Kunstfigur "Hagenbuch". Hüschs Alter-Ego Hagenbuch ist ein notorischer Nörgler, der sich pedantisch über die Tücken des Alltags ereifert. Der Satz "Hagenbuch hat zugegeben" wurde zum geflügelten Wort. 1977 erhielt Hanns Dieter Hüsch die Ehrenbürgerwürde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Mit Programmen wie "Das neue Programm" (1980) oder "Und sie bewegt sich doch" (1985) steigt in den 80er Jahren seine Popularität weiter an. Als 1988 seine Frau Marianne stirbt, erläßt er seine Wahlheimat Mainz und zieht nach Köln. Mit Beginn des Jahres 1989 tourt er mit seinem Jubiläumsprogramm "40 Jahre unterwegs" durch die Republik. 1989 erhält Hanns Dieter Hüsch die Carl-Zuckmayer-Medaille für kulturelles Wirken des Landes Rheinland-Pfalz Er ist seit 1999 Schirmherr des Kabarettpreises "Das Schwarze Schaf". Ende der neunziger Jahre wird bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert, den er aber überwinden kann. Nach über 50 Jahren auf der Bühne beendet Hanns Dieter Hüsch 2000 mit seiner Abschiedstournee."Wir sehen uns wieder" seine Kabarettkarriere. Im November 2001 erleidet er einen Schlaganfall und lebt seitdem zusammen mit seiner Frau Christiane zurückgezogen im Windeckschen Land. Hanns Dieter Hüsch, der bedeutendste Vertreter des literarischen Kabaretts in Deutschland stirbt in der Nacht des 5.12. 2005 zu Hause im Alter von 80 Jahren. Für seine Arbeit erhielt Hüsch viele Preise und Auszeichnungen, darunter gleich zweimal, 1972 und 1982, den Deutschen Kleinkunstpreis sowie den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, das Bundesverdienstkreuz, die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Moers, die Ehrenbürgerwürde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz und den "Kabarett-Oscar" für sein Lebenswerk.. Zu Ehren von Hüsch wurde die Moerser Zentralbibliothek Hanns-Dieter-Hüsch-Haus benannt.
Werke: Frieda auf Erden. Mit Zeichnungen von Fredy Sigg, Zürich 1959; Von Windeln verweht - Neue Frieda-Geschichten. Zürich 1961; Opus Pokus. 1961; Cabaretüden oder Übungen fürs Leben. Mit Zeichnungen von Fredy Sigg · Zürich 1963, 62 S.; Zoll und Haben - Eine Sammlung weiterer Cabaretüden. Zürich 1965, · 61 S. m. Ill.; Da habt ihr es! Quartett mit Franz Josef Degenhardt, Wolfgang Neuss und Dieter Süverkrüp 1967; Freunde, wir haben Arbeit bekommen! Die neuen Lieder des Hanns Dieter Hüsch Ahrensburg-Paris 1968 (Songbücher Band 2); Archeblues und andere Gesänge. Illustriert von Jürgen von Tomei.· Zürich 1968,144 S.; Enthauptungen. Ahrensburg-Paris 1971 (Songbücher Band 12); Und wenn der Mond dann rot ist... Politische Lieder Texte von Franz Josef Degenhardt, Hanns Dieter Hüsch und Dieter Süverkrüp. Berlin 1972; Hüsch Live. 1973; Privatissime. 1974; Nachtvorstellung. 1975; Das schwarze Schaf vom Niederrhein. 1976; Hagenbuch und die Musik. 1980; Das neue Programm. 1981; Hagenbuch. München 1983, 68 S.; Der Fall Hagenbuch. 1984; Wölkchen. Von Hanns Dieter Hüsch und Hetty Krist-Schulz Hamburg 1984; Am Niederrhein. Pflaumenkuchen und schlaflose Nächte. Freiburg 1984, 48 S. m. 30 farbigen Abb.; Und sie bewegt mich doch. 1985; Am Niederrhein. 1986; Das schwarze Schaf vom Niederrhein. Texte und Lieder vom flachen Land. · München 1986; Den möcht ich sehen. München 1988, 174 S.; Protokolle der Phantasie. Fernsehbücher. München 1989; Hüsch - Ein Portrait - Und fordere mich nochmal zum Tanz. Ein literarisch-fotographisches Portrait, Mainz 1989; Ewig und drei Tage. Mein immerwährender Kalender vom Niederrhein. Duisburg 1998. Duisburg 20052; Du kommst auch drin vor. Gedankengänge eines fahrenden Poeten. München 1990, 411 S; Feine Komödien, Feine Tragödien.1991; Mainz - Gesichter einer Stadt. Vorwort und hrsg. von Bertram Schmidt-Friderichs. Mit 300 Abbildungen von Pierre Ferrenbach, Werner Huthmacher, Sascha Kopp, Peter Seidel · Köln 1993, 180 S.; Köln. Beschreibungen in Zusammenarbeit mit dem ZDF ·Mit Farbphotos von Karin Venzke-Krämer ·Freiburg im Breisgau 19932, 48 S.; Das Hanns Dieter Hüsch Buch. München 1993, 544 S.; Zuhause - Gedankenbilder vom Niederrhein. Duisburg 1994; Das Schwere leicht gesagt. Freiburg (1994), 157 S.; Summertime am Niederrhein. 1995; Hagenbuch. Ketzerische Gedanken. · München 1995; Meine Geschichten. 1996; Überall ist Niederrhein. Es lebe die Hetter! Duisburg 1997, 107 S.; Sach ma nix - unser Niederrhein, eine Reise in Geschichten und Bildern. Von Hanns Dieter Hüsch und Norbert Schinner. Moers 1997, 100 S.; Mein Traum vom Niederrhein. Duisburg 19972, 70. S. m. CD; Köln. Ganz persönlich. Freiburg 1997, 47 S.; Tach zusammen. Geschichten und Bilder vom Niederrhein von Hanns Dieter Hüsch und Norbert Schinner Duisburg 1997,123 S.; Wir sehen uns wieder. Geschichten zwischen Himmel und Erde. München 1997, 367 S.; Ich setze auf die Liebe. Moers 1998, 48 S. m. 13 farb. Abb.; Das kleine Buch zum Segen. Von Hanns Dieter Hüsch und Michael Blum Düsseldorf 1999, 48 S.; Es kommt immer was dazwischen. München 1999, 187 S.; Das kleine Weihnachtsbuch. Von Hanns Dieter Hüsch, mit Illustrationen von Marc Chagall. Düsseldorf 1999, 48 S.; Das kleine Buch zwischen Himmel und Erde von Hanns D. Hüsch, Mit Illustrationen von Joan Miro Düsseldorf 2000; Was machen wir hinterher? Hanns Dieter Hüsch, Bekenntnisse eines Kabarettisten, Moers 2000; Willkommen in meiner Welt. Moers 2000, 48 S. m.18 vierfarb. Fotos; Essen kommen! Geschichten und Rezepte. Geschichten und Rezepte aus dem Rheinland. Köln 2000, 128 S., m. zahlreiche Fotos und Zeichnungen; Das kleine Buch vom Niederrhein. Mit Illustrationen von Georg Sauerland. Duisburg 2001; Ein gütiges Machtwort. Alle meine Predigten. Düsseldorf 2001, 192 S.; In der Nähe deines Himmels. Moers 2001, 48 S. m. zahlr. Farbfotos; Auf der Suche nach dem Gemüt. Hanns Dieter Hüsch im Garten auffe Bank. Gedanken und Essays von Hanns Dieter Hüsch. Hrsg. von Georg Bungter Köln 2002, 64 S.; Meine Geschichten - Sie müssen bei uns im Schrank gesessen haben. Freiburg 2002, 176 S.; Ich stehe unter Gottes Schutz. Psalmen für Alletage von Hanns D. Hüsch und Uwe Seidel Düsseldorf (2002); Das kleine Buch zum Glück. Von Hanns Dieter Hüsch und Uwe Seidel Mit Bildern von Paul Klee. Düsseldorf. 20022; Zugabe. Unveröffentlichte Texte aus fünf Jahrzehnten Gedanken und Essays von Hanns Dieter Hüsch. Hrsg. von Georg Bungter. Köln 2003, 605 S., [8] Bl. m. Ill.; Das kleine Buch aus heiterem Himmel. Text von Hanns D. Hüsch, Mit Farbillustrationen von Vincent van Gogh. Düsseldorf 2004, 100 S. m. zahlreiche Zeichnungen; Frieda auf Erden. Geschichten, die keine Geschichte machen, mit poetischen Zwischenbemerkungen. Mit Illustrationen von Manfred Bofinger. Düsseldorf 2005; Und sie bewegt mich doch. DVD München 2005; Ich möcht ein Clown sein. Hrsg. v. Jürgen Wichmann, Düsseldorf 20062, 112 S. m. Fotos; Hanns Dieter Hüsch trifft Franz Hohler. Kabarettistische Meisterstücke. CD Audio. Köln (2006).
Lit.: Elke Frühling: Hanns Dieter Hüsch. Ein Mainzer Kabarettist Mit 12 Illustr. von Peter Kaczmarek Mainz 1983. 153 S. m. Ill.; - Schroeder, Bernd Hanns Dieter Hüsch hat jetzt zugegeben... Eine Collage. Zürich 1985, 208 S. m. zahlreichen Photographien; - Jürgen Kessler (Hrsg.) Hanns Dieter Hüsch - Kabarett auf eigene Faust. 50 Bühnenjahre München 1997 192 S. m. zahlr. Ill. München 20002; - Sybille Fritsch-Oppermann (Hrsg.) "Ewig und drei Tage": Veranstaltung zum 70. Geburtstag von Hanns Dieter Hüsch ; [Dokumentation einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 19. bis 21. August 1995] Rehburg-Loccum 1997. 115 S. [Loccumer Protokolle Bd. 53]; - Martin Buchholz: Was machen wir hinterher? Hanns Dieter Hüsch Bekenntnisse eines Kabarettisten. Moers 2000. 256 S. m. Ill.; Moers 20052. 271 S. m. Ill.u. CD; - Wilhelm Brunswick, Jürgen Schmude (Hrsg.): "Untersteht euch‚ es wird nichts gemacht!" Hanns Dieter Hüsch zum 80sten. Moers: 2005 205 S. m. Ill.; - Rainer W. Sauer: Hanns Dieter Hüsch ... und er bewegt uns noch! Bilder einer Ausstellung im 'Grafschafter Museum' im Moerser Schloß, ergänzt durch Exponate der Dieter Hüsch-Sammlung Jena und Karrikaturen von Sven Knoch. Dokumentation, Texte und Zusammenstellung für http://www.huesch.info. Moers, 2006.
Bernhard Josef Stalla
Werkeergänzung:
Du kommst auch drin vor. Gedankengänge e. fahrenden Poeten. Neuaufl. Essen 2008.
Literaturergänzung:
2009
Fritz Wieghaus, H.D.H.: "... und übe / Mit uns das Glücklichsein", in: WuA 50.2009, S. 185-187.
Letzte Änderung: 21.01.2010