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Band IV (1992) Spalten 803-804 Autor: Hans-Josef Olszewsky

KUKUZELES d. J., Josaphat, Mönch und Kirchensänger auf Athos, 2. Hälfte des 14. Jh.s/-Anfang des 15. Jh.s. - In einer anderen Umschrift des Vornamens kommt auch die Form Joasaph vor. Daten zu seinem Leben lassen sich nur indirekt über Joan (Johannes) K. erschließen, den bedeutendsten Komponisten und Musiktheoretiker der byzantinischen Kirchenmusik seit Johannes Damascenus. Wie die Musikwissenschaftlerin Lada Braschowanowa (s. Lit.) mitteilt, konnte es durchaus vorkommen, daß ein berühmter Mönch seinen Namen auf seine Schüler »vererbte«. Demnach war Josaphat vermutlich Schüler und Fortsetzer der Tradition von Joan K., wobei allerdings nicht auszuschließen ist, daß er ebenfalls aus der bulgarischen Heimat seines berühmten Vorbilds stammte oder sogar dessen engerer oder weiterer Familie angehörte. Der Wiener Musikwissenschaftler Egon Wellesz teilt, ohne Angabe von Quellen, mit, K. sei Bewohner des Klosters Vatopedi auf dem Berg Athos gewesen. Ein auf etwa 1390 zu datierendes Notenhirmologion wird ihm zugeschrieben. Allerdings ist unbekannt, ob darin auch eigene Kompositionen enthalten sind, oder ob es sich lediglich um eine Sammlung überlieferter Melodien handelt. Solange die Musikhandschriften der Athosklöster nicht zugänglich sind oder wenigstens gesicherte Informationen über Bestände einzelner Klöster (vorbildlich hier: Mateja Matejic, Hilandar Slavic Codices, Ohio State University, 1976) vorliegen, lassen sich weitere Nachrichten über Josaphat K. nicht gewinnen.

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Werke: Notenhirmologion, ca. 1390.

Lit.: J. Thibaut, Etude de musique byzantine, in: Bulletin de l'Institut archéologique russe de Constantinople VI, 1900, 361-390; - Ders., Origine byzantine de la Notation Neumatique de l'Eglise Latine, 1907, 41; - Ders., Monuments de la Notation Ekphonétique et Hagiopolite de l'Eglise Grecque, 1913, 127; - P. Sarafov, Lehrbuch f. praktisches und theoretisches Studium der östlichen Kirchenmusik, 1912, 139 (in bulgarischer Sprache); - Philaret Cernigowsky, Istoriceski obzor pesnopewcew (Hist. Überblick über die Sänger), 1920 2, 418; - Egon Wellesz, Byzantinische Musik, 1927, 35 f. 57; - Ders., A History of Byzantine Music, 1949 (1961 2, 443); - Lada Braschowanowa, Die mittelalterliche bulgarische Musik und Joan Kukuzel, 1984, 79 f.; - MGG VII, 1889.

Hans-Josef Olszewsky

Letzte Änderung: 06.11.2011